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Erste barrierefreie Flexi-Toilette in Körner ab April

Der barrierefreie Tourismus spielt in Deutschland eine immer größere Rolle. Aufgrund dessen geht der Unstrut-Hainich-Kreis mit gutem Beispiel voran und errichtet die ersten barrierefreien Flexi-Toiletten entlang ausgewählter Radwege. Finanziert wird die Aktion über das Regionalbudget der Kreisverwaltung.

Das erste stille Örtchen, das auch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen genutzt werden kann, entsteht im April in der Nähe des „Autohofs" in Körner am Holzgraben unmittelbar am Unstrut-Werra-Radweg. Gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Niebuhr unterzeichnete Landrat Harald Zanker jetzt den entsprechenden Gestattungs- und Betreibervertrag. Der Standort bietet sich nicht nur aufgrund seiner viel frequentierten Lage an. Auch von Seiten der Gemeinde wurde Unterstützung in Bezug auf die regelmäßige Pflege und Wartung der Toilette bekundet. Zwei weitere Standorte sollen noch in diesem Jahr folgen.

Das barrierefreie Modell der Flexi-Toilette wird entsprechend der Anforderungen an Rollstuhlfahrer modifiziert. Sie ist natürlich wesentlich größer als das Original, da ausreichende Bewegungsfläche ein entscheidendes Kriterium für Barrieretauglichkeit bzw. -freiheit darstellt. Vorgaben wie etwa die Anordnung der Sanitäranlagen und die Höhe des Toilettensitzes, der Haltegriffe, die sich rechts und links neben dem WC-Sitz befinden müssen, des Waschbeckens und des Spiegels gilt es zu beachten. Ein Dachüberstand soll den Rollstuhlfahrern zusätzlich Schutz vor Regen bieten. Die Kosten für die umweltfreundlichen Anlagen belaufen sich jeweils auf rund 3.600 Euro.
Seit 2011 sind die viel befahrenen Radwege im Landkreis mit insgesamt 10 vollbiologischen WC-Anlagen ausgestattet worden – allerdings gewährleisten diese bislang keine uneingeschränkte Nutzung für Menschen mit Handicap.

Hintergrund: Im Mai 2015 brachen die Sportler Marco Pompe, der im Thüringer Oettinger Team 2 Rollstuhlbasketball spielt und im Rehasportverein Mühlhausen e. V. die Abteilung Rollstuhlsport leitet, und Guido Kunze, der über die Kreisgrenzen hinaus bekannt für seine extremen Sportaktivitäten ist, zu einer „Radtour" durch den Nationalpark Hainich und Teilen des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal auf. Begleitet wurden sie von 19 Radlern, die teilweise körperlich eingeschränkt sind. Ihr Ziel bestand zunächst darin, den Zustand vier ausgewählter Routen (Mühlhausen – Bad Langensalza, Mühlhausen – Volkenroda, Mühlhausen – Heyerode ¬– Mühlhausen, Heilbad Heiligenstadt – Fürstenhagen) zu erfassen und eine Einschätzung der Streckeneignung für Rollstuhlfahrer sowie für Eltern mit Kindern vorzunehmen.

Landrat Harald Zanker erklärte dazu: „Mit dieser Maßnahme wird unsere touristische Infrastruktur zweifellos aufgewertet. Ausgehend von diesem Pilotprojekt erhoffen wir uns, langfristig Mitstreiter zu gewinnen, die sich künftig an der barrierefreien Verbesserung mit Vorschlägen, Ideen und Initiativen beteiligen wollen. Von den Radtour-Teilnehmern wurde im Besonderen das bereits gut ausgebaute barrierefreie Radwegnetz im Unstrut-Hainich-Kreis sowie die angepassten Anziehungspunkte, wie beispielsweise der Baumkronenpfad oder der Erlebnispfad Brunstal, gelobt. Im Bewusstsein, dass Barrierefreiheit ein Qualitätsmerkmal ist, möchten wir die Angebote unserer Region diesbezüglich optimieren."

 

11.03.2016

Körners Bürgermeister Matthias Niebuhr gemeinsam mit Landrat Harald Zanker bei der Vertragsunterzeichnung.

 

 

Pressestelle
Kirstin Freitag

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