Appell an die Pflegeeinrichtungen im Unstrut-Hainich-Kreis

SchutzimpfungSehr geehrte Damen und Herren,
die Pandemie hat Thüringen und den Unstrut-Hainich-Kreis derzeit wieder fest im Griff. Viele von Ihnen haben in Ihren Einrichtungen bereits schmerzvolle Corona-Ausbrüche durchgemacht und wissen um den Ernst der Situation gut Bescheid.

Boosterimpfungen
Nachdem es in den vergangenen Monaten durch die hohe Impfquote bei den Bewohnerinnen und Bewohnern nur sehr wenige Ausbrüche gab, haben wir zuletzt leider wieder vermehrt Fälle und Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen feststellen müssen.

Durch die gute Impfquote bei den Pflegebedürftigen sind die Verläufe häufig weniger schwer als vor einem Jahr, aber trotzdem kam es in den letzten Wochen auch zu schweren Verläufen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen.

Bei allen, insbesondere aber bei älteren Menschen mit geschwächtem Immunsystem wird der durch die Impfung erworbene Schutz im Laufe der Monate schwächer.

Deshalb appelliere ich an Sie, für einen besseren Impfschutz Auffrischungsimpfungen sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzubieten.

Diese können 5 Monate nach Vollendung der bisherigen Impfserie verabreicht werden. Die Impfung ist, auch wenn der Schutz nicht vollkommen ist, unsere beste Waffe im Kampf gegen die Pandemie.

Neben vielen Hausarztpraxen sind die mobilen Impfteams der Kassenärztlichen Vereinigung weiterhin im Einsatz und können wie vergangenen Winter in Einrichtungen impfen.

Die mobilen Impfteams können hier angefordert werden:
https://www.impfen-thueringen.de/einrichtungen.php


Impfsituation

Die Zunahme der Fallzahlen liegt allerdings in erster Linie nicht am nachlassenden Schutz der bereits geimpften Personen, sondern daran, dass zu viele Menschen im Landkreis nicht geimpft sind. Im Unstrut-Hainich-Kreis sind ca. 60% der Menschen vollständig geimpft, was nicht ausreichend ist, die Verbreitung des Coronavirus wirkungsvoll zu bekämpfen und die Pandemie hinter uns zu lassen.

Doch es geht mir nicht um die in die Höhe schnellenden Zahlen, mit denen man ständig in den Medien konfrontiert wird. Nein,  das entscheidende Problem ist, dass die Corona-Erkrankung eine häufig schwer verlaufende Krankheit ist. Überall in Thüringen steigen nicht nur die Fallzahlen, sondern auch die Zahl der schweren Verläufe und Krankenhauseinweisungen wegen Corona-Erkrankungen. Fast ein Drittel der Betten auf Intensivstationen in unserem Landkreis sind mit Corona-Patienten belegt. Neben der schweren Erkrankung und schlechten Prognose dieser Personen heißt das auch, dass geht diese Entwicklung so weiter, unserem Gesundheitssystem der Zusammenbruch droht.

Bei den Corona-Patienten handelt es sich häufig nicht um alte Menschen mit schwersten Vorerkrankungen, sondern um Menschen, die mitten im Leben stehen. Eine zuvor vollkommen gesunde 47-Jährige, die vergangene Woche an schwerstem Atemversagen durch Corona verstorben ist. Oder eine 20-Jährige, die momentan auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Jena beatmet wird und um ihr Leben kämpft. Diese jüngeren schwer erkrankten Patientinnen und Patienten haben gemeinsam, dass sie in den allermeisten Fällen nicht geimpft sind.

Darum appelliere ich an Sie, dass Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sollten Sie noch nicht geimpft sein, sich noch einmal Gedanken über die Impfung machen und sich für die Impfung entscheiden.

Außerdem appelliere ich dringend daran, mit noch nicht geimpften Bewohnerinnen und Bewohnern bzw. gemeinsam mit deren Angehörigen und Ärztinnen und Ärzten die Impfung zu thematisieren.

Bewohnerinnen und Bewohner, die noch nicht geimpft sind, haben ein sehr hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und ein sehr hohes Risiko, an einer Coronavirus-Erkrankung zu versterben.

Viele Fragen, die möglicherweise bisher davon abgehalten haben, sich impfen zu lassen, sind mittlerweile geklärt:

  • In der Schwangerschaft ab dem 2. Trimenon und in der Stillzeit ist die Impfung mittlerweile von der STIKO ausdrücklich empfohlen – Eine Corona-Infektion während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für zahlreiche Schwangerschaftskomplikationen deutlich
  • Thrombosen in verschiedenen Blutgefäßen, die als seltene Nebenwirkung der Impfung mit Vektor-Impfstoffen (AstraZeneca, Johnson & Johnson) beschrieben worden sind, treten bei den mRNA-Impfstoffen (Biontech, Moderna) nicht vermehrt auf
  • Eine durchgemachte Corona-Erkrankung spricht nicht gegen die Impfung. Mittlerweile ist die Impfung schon frühestens einen Monat nach Ende der Symptome möglich; der Schutz durch die zusätzliche Impfung ist besser als der Schutz durch die durchgemachte Infektion allein.

Die Gerüchte über angebliche Gefahren sind einfach nicht wahr:

  • Die Impfstoffe erhalten kein Quecksilber oder andere toxische Stoffe!
  • Die Impfung macht nicht unfruchtbar!
  • mRNA-Impfstoffe verändern das Erbgut nicht!

 

Weitere Fragen
Sollten Sie im Zusammenhang mit der Pandemie weitere Fragen haben, sei es in Bezug auf Versorgung oder Umgang mit Schutzausrüstung, seien es weitere Fragen zur Impfung oder andere offene Fragen zur Pandemie haben, können Sie gerne mit dem Fachdienst Gesundheit Kontakt aufnehmen (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; 03601 802382).

Insbesondere bei noch nicht geimpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern appelliere ich daran, engmaschig zu testen! Aber auch alle anderen sollten sich regelmäßig testen, um Ausbrüche frühzeitig erkennen und stoppen zu können!

 

Bleiben Sie gesund!

 

Harald Zanker
Landrat
Sören Lamm
Fachbereichsleiter
Nadine Jaritz
Fachdienstleiterin
Konstantin Hierl
Arzt

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