Bickenriede - Ortschronist Herr Matthias Stude

Wir eröffnen die Reihe mit dem Ortschronisten von Bickenriede, Herrn Matthias Stude.

Im November diesen Jahres besucht Herr Stude das Kreisarchiv zum 200. Mal in einem Zeitraum von 7 ½ Jahren! Rechnerisch gesehen, war er fast 27 mal pro Jahr Gast in unserem Archiv. Diese Zahl lässt den Leser staunen und nach den Gründen fragen.


Matthias StudeMatthias Stude ist Ortschronist von Bickenriede, dem größten Ortsteil der Einheitsgemeinde Anrode. Geografisch gesehen, liegt Anrode im eichsfeldischen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises und zählt insgesamt 3299 Einwohner (Stand: 30.06.2013).


Seit seiner Geburt, im Februar 1972, ist er in Bickenriede zu Hause und kennt den Ort „wie seine eigene Westentasche". Die Liebe zu „seinem" Dorf, beflügelt ihn, alles Wissenswerte seiner eichsfeldischen Heimat zusammenzutragen und aufzuschreiben. Viele heimatkundliche Beiträge hat Herr Stude bereits im Amtsblatt der Gemeinde Anrode und in der Eichsfelder Heimatzeitschrift veröffentlicht. So wundert es nicht, dass Herr Stude vom Bürgermeister Siegfried Brand angesprochen wurde, die 1934 gedruckt erschienene Chronik von Bickenriede fortzuführen.


Am 4. Juli 2006 betrat Herr Stude neugierig und voller Erwartung das Kreisarchiv. Der Benutzerantrag wurde ausgefüllt, das Thema und die Aktenlage besprochen. Seit diesem Tag lässt ihn die Geschichte seiner Heimat nicht mehr los!


Der in einem metallverarbeitenden Industriebetrieb als CNC-Zerspanungsmechaniker tätige Herr Stude (Lehre bei Firma Claes in Mühlhausen), widmet jede freie Minute der Heimatgeschichtsforschung und dem Orgelspiel. Eifrig und diszipliniert arbeitet er an der Fortführung der Ortschronik und nicht nur dieser. Das Akten- und Zeitungsstudium zu Bickenriede führte ihn auch zum Kloster und späteren Gut Anrode, dessen Schicksal eng mit dem seines Heimatortes verflochten ist. Im Mittelpunkt seines Interesses steht vor allem die Geschichte Anrodes seit 1927, als der ehemalige Kreis Mühlhausen das Gut käuflich erwarb. Die Zeit davor erforschte und veröffentlichte der Bickenrieder Pfarrer und Heimatforscher Nikolaus Görich 1932 in einem Buch. Herr Stude knüpft nun an diese Chronik an. Seine umfangreichen Aufzeichnungen, die bis in die heutige Zeit reichen, sollen Ergänzung und Fortführung der „Görich-Chronik" sein.


Mit Unterstützung des Bürgermeisters soll nun das umfangreiche Material gedruckt werden. Die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Der Verlag ist gefunden und das Manuskript mit dem Titel: „Die Geschichte des Gutes Anrode im Eichsfeld. Eine Chronik von 1927 bis zur Gegenwart anhand ausgewählter kommentierter Quellen und einer Rückschau in die Klostergeschichte" ist fertig.


Es ist das Ergebnis unzähliger Stunden, Tage und Wochen des Akten- und Literaturstudiums, dem er sich leidenschaftlich nach Feierabend widmete.
Herr Stude ist kein Historiker und kein Schriftsteller, wie viele andere Chronisten auch. Er verdient unsere Achtung und Anerkennung!
Herr Stude hat das Chronikschreiben zu SEINEM Hobby gemacht.
Das lässt uns auf weitere Archivbesuche und heimatkundliche Beiträge hoffen.

„Eine Freude ist es doch für den Chronisten, wenn er viele Leser erreicht", so lautet der bescheidene Kommentar vom Hobbyhistoriker selbst.
Das Team des Kreisarchivs gratuliert Matthias Stude und wünscht ihm weiterhin viel Freude an der Erforschung der Heimatgeschichte im Interesse von uns allen.

 

Regina Hornischer
Leiterin Kreisarchiv

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