Konzeptverfahren - Ehemaliges Schullandheim "Waldschlösschen" in Mühlhausen

Schullandheim

 
99974 Mühlhausen, Am Stadtwald 209
Mindestgebot: 96.000,00 €
Gesamtnutzfläche: ca. 785 m²
Grundstücksfläche: 22.348 m²
Objektart: Schullandheim, leerstehend, kein Denkmalschutz

 

Kontaktdaten
Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis
Fachdienst Gebäude- und Liegenschaftsmanagement
Lindenhof 1
99974 Mühlhausen
Ansprechpartner: Frau Schulz
Telefon: 03601-802503

 

Der Unstrut-Hainich-Kreis als Eigentümer beabsichtigt, die Grundstücke des Schullandheimes „Waldschlösschen“ im Rahmen eines Konzeptverfahrens mit einer Gewichtung von 50 % für den Kaufpreis und 50 % für ein einzureichendes Betriebskonzept unter Beachtung der genehmigten Nutzung als Schullandheim zu veräußern.

 

I. Objekt des Auswahlverfahrens

Die Liegenschaft Schullandheim „Waldschlösschen“, besteht aus sieben Flurstücken, davon 6 in der Gemarkung Mühlhausen, Flur 71, Flurstück 81 mit einer Größe von 1.135 m², Flurstück 82 mit einer Größe von 2.085 m², Flurstück 146/83 mit einer Größe von 3.766 m², Flurstück 159/83 mit einer Größe von 1.205 m², Flurstück 162/80 mit einer Größe von 1.390 m² und Flurstück 160/83 mit einer Größe von 2.774 m² und einem Flurstück in der Gemarkung Oberdorla, Flur 4, Flurstück 689/1 mit einer Größe von 9.993 m². Die Flurstücke sind mit einem Haupthaus, einem Ökohaus, einem Recyclinghaus, fünf Bungalows und einem Stallgebäude mit Auslauf als Streichelzoo bebaut.

 

Angaben zur Immobilie
Mindestgebot: 96.000,00 €
Gesamtnutzfläche: ca. 785 m²
Grundstücksfläche: 22.348 m²
Objektart: Schullandheim, leerstehend, kein Denkmalschutz
Baujahr: 1898

 

1.  Lagebeschreibung

Die Stadt Mühlhausen ist die Kreisstadt des Unstrut-Hainich-Kreises und liegt zentral, fast genau am geographischen Mittelpunkt Deutschlands. Die Stadt liegt an der Unstrut, einem Nebenfluss der Saale, rund 55 km nordwestlich der Landeshauptstadt Erfurt. Sie hat eine direkte Anbindung an die Bundesstraßen B 247 und B 249 sowie einen Bahnanschluss.

Das Grundstück liegt ca. 4 km südwestlich von Mühlhausen außerhalb der bebauten Ortslage an der Straße in Richtung Südeichsfeld/ OT Heyerode und Vogtei/ OT Oberdorla und grenzt in westlicher Richtung an die öffentliche Straße „Am Stadtwald“, daran schließt der Stadtwald von Mühlhausen an. Nördlich befindet sich ein bebautes Wohngrundstück. In einiger Entfernung in nördlicher Richtung schließt sich Gartennutzung sowie vereinzelte Wohnbebauung an; der Neubau des Bratwurstmuseums ist ebenfalls in dieser Richtung gelegen in Planung. In den anderen Richtungen sind Landwirtschaftsflächen angrenzend.

Das Grundstück hat eine abgelegene, ruhige Lage am Waldrand mit Umgebungsgrün.

Das Kaufobjekt besteht aus mehreren Flurstücken, die teilweise eine wirtschaftliche Einheit bilden. Das gesamte Grundstück ist großflächig und unregelmäßig geschnitten; das Flurstück 689/1 ist durch die Fremdflurstücke 84/2 und 305/2 von den anderen Flurstücken abgeschnitten.

 

2.  Objektadresse
Am Stadtwald 209, 99974 Mühlhausen

Schullandheim

 

3.  Objektbeschreibung
Das Objekt wurde 1898 als Gaststätte errichtet und zu DDR-Zeiten als Ferienlager bzw. Touristenstation genutzt. Nach 1990 wurde es durch den Unstrut-Hainich-Kreis übernommen und als Schullandheim „Waldschlösschen“, bestehend aus einem Haupthaus, einem Ökohaus, einem Recyclinghaus, fünf Bungalows und einem Stallgebäude mit Auslauf als Streichelzoo genutzt. Jährlich nahmen ca. 2.500 – 3.000 Kinder und Jugendliche und ca. 300 Erwachsene aus Thüringen und den angrenzenden Bundesländern die Angebote der großzügigen Lern-/Freizeit-/Sport- und Kreativstätte wahr.

Das Objekt ist seit November 2019 komplett leerstehend. Der übrige Grundstücksbereich ist Erholungsfläche/Park mit Freizeit-/Sportanlagen sowie Wege-/Freiflächenbefestigungen. Der südliche Bereich des Flurstücks 689/1 ist Grünfläche. Stellplätze sind auf dem Grundstück vorhanden (Carport und befestigte Freiflächen).

Das Objekt verfügt über eine Verkehrsanbindung sowie über Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Die Fahrbahn ist mit Asphalt befestigt, Gehwege sind nicht vorhanden. Das Grundstück liegt höhengleich mit der Zufahrtsstraße.

Das Grundstück ist nur an das öffentliche Elektroenergienetz angeschlossen. Für Trinkwasser war früher ein Bohrbrunnen in Nutzung, der aber nicht mehr funktionstüchtig ist, d.h. die Neuherstellung einer Trinkwasserversorgung ist erforderlich. Die Entwässerung erfolgt über eine vollbiologische Kläranlage (1995). Ein Telefonanschluss ist vorhanden. Ein Erdgasanschluss fehlt.

Das Grundstück besitzt eine straßenseitige Einfriedung aus Holzzaun sowie einem zweiflügligen Metalltor, ansonsten sind teilweise Einfriedungen aus Maschendrahtzaun vorhanden.

Das Objekt liegt in der Trinkwasserschutzzone III. Es besteht kein Denkmalschutz.

Das Objekt liegt nach Auskunft der Stadtverwaltung Mühlhausen, Stadtplanung, bauplanungsrechtlich im Außenbereich (§ 35 BauGB). Die vorhandenen Gebäude genießen, wenn sie nicht wesentlich geändert werden, baurechtlichen Bestandschutz. Unter Berücksichtigung der baurechtlichen Lage im Außenbereich nach § 35 BauGB ist die Erhaltung des baurechtlichen Bestandsschutzes an die bisherige Nutzung gekoppelt.

Evtl. bestehende Dienstbarkeiten, auch wenn sie nicht im Grundbuch eingetragen sind, sind zu übernehmen. Dieses gilt auch für Baulasten.

 

4.  Beschreibung der baulichen Anlagen
Haupthaus
Beim Haupthaus handelt es sich um ein freistehendes, teilunterkellertes, zweigeschossiges Gebäude mit Drempel und ausgebautem Dachgeschoss. An der Westseite ist ein unterkellerter (nur Kriechkeller), eingeschossiger Verandaanbau mit flachem Pultdach; an der Ostseite ist ein nicht unterkellerter, eingeschossiger Sanitäranbau mit steilem, nicht ausgebautem Satteldach. Außerdem ist an der Ostseite eine verzinkte Stahlspindeltreppe als zweiter Rettungsweg aus dem Obergeschoss (OG) und Dachgeschoss (DG) angebaut. An der nordwestlichen Gebäudeecke ist im OG und DG ein turmartiger Vorbau vorhanden.

Das Kellergeschoss (KG) wurde als Heiz- und Lagerraum genutzt und diente weiterhin als Nebenraum. Das Erdgeschoss (EG) verfügt über Gemeinschaftsräume, Küche und Wasch-/Toilettenräume. Im OG sind Schlafräume und Büro; im DG weitere Schlafräume.

Das Haupthaus wurde in Mauerwerks-/Holzfachwerksbauweise 1898 als Gaststätte errichtet, ab 1958 als Kinderferienlager, ab 1967 Touristenstation, nach 1990 als Schullandheim genutzt und ist seit November 2019 leerstehend. Es wurde auf Streifenfundamente aus Beton gegründet, mit Außenwänden im Keller aus Mauerwerk und in den Geschossen überwiegend aus Holzfachwerk mit Mz-Ausfachung. Der Sanitäranbau ist massiv aus Mauerwerk. Die Innenwände sind im Keller massiv aus Mauerwerk, in den Geschossen aus Holzfachwerk mit Mz-Ausfachung. Die Decken sind im Keller massiv aus Mz-Kappen, z.T. zwischen Stahlträgern, in den Geschossen Holzbalkendecken.

Das Dach ist ein Pfetten-/Kehlbalkendach aus Holzsparren als steiles Satteldach ausgebaut. Der Verandaanbau hat ein flaches Pultdach mit Tonziegeldeckung und Unterspannbahn und besitzt eine Schweißbahndeckung. Die Dachentwässerung erfolgt über vorgehängte Zink-Dachrinnen. Ein Blitzschutz ist vorhanden.

Die Fassade am Verandaanbau besteht im Sockelbereich aus einfachem Putz, ansonsten Mz-Mauerwerk ohne Putz. Im Bereich der Geschosse ist Sichtfachwerk mit Mz-Ausfachung. OG und DG (außer Nordseite) verfügen über eine Verkleidung mit Ebenasbestschindeln. Am Sanitäranbau ist Strukturputz mit Farbanstrich.

Die Innenwandflächen des Treppenraums haben einen Sockel aus Holzverkleidung, darüber Putz/Raufasertapete/Anstrich; in den Aufenthalts-/Schlafräumen sind Putz/ Gk-Platten und Raufasertapete/Anstrich. Ein Speiseraum verfügt über eine einfache Plattenverkleidung. Küche und Sanitärräume haben Fliesen, die Keller sind überwiegend ohne Putz und nur mit Kalkanstrich versehen.

Die Deckenflächen bestehen im Heizraum aus einfachem Putz, im Treppenraum EG aus Putz und Anstrich, OG, DG: Putz bzw. Gk-Platten, Raufasertapete und Anstrich. Aufenthalts-/Schlafräume haben Putz bzw. Gk-Platten, Raufasertapete und Anstrich, der Speiseraum einfache Plattenverkleidung, Küche mit Gk-Platten, Raufasertapete und Anstrich, Sanitärräume verfügen im EG über Unterdecken - System „OWA“, im OG Gk-Platten und Anstrich, der Keller ist überwiegend ohne Putz, nur Kalkanstrich.

Die Fußböden im Heizraum besitzen eine einfache Plattenverkleidung, im Treppenraum EG alte Fußbodenfliesen, OG und DG Holzfußboden und PVC-Belag. Aufenthalts-/ Schlafräume haben Holzfußboden und PVC-Belag, Küche und Sanitärräume Fußbodenfliesen. Im Keller ist einfacher Betonfußboden sowie Mz-Flachschicht.

Es wurden Kunststoff- bzw. Holzfenster mit Isolierverglasung ohne Rollläden verbaut. Die Hauseingangstür ist eine alte, zweiflüglige Holztür mit Glasausschnitt. Im Keller einschließlich Heizraum sind Stahlblechtüren. Die Innentüren im EG sind Holzfüllungstüren bzw. Kunststofftüren mit Isolierverglasung, im Sanitärbereich glatte, beschichte Holztüren, in OG und DG Naturholztüren.

Zu den Geschossen führen gestemmte alte Holztreppen einläufig, viertelgewendelt; seitlich sind Holzgeländer angebracht. Im Keller ist eine massive Treppe aus Mz-Stufen, einläufig mit seitlichem Geländer.

Als Heizung dient eine Warmwasser-Zentralheizung mit Ölheizkessel und separatem Warmwasserspeicher. Die Heizflächen bestehen überwiegend aus alten Radiatoren, z.T. Plattenheizkörper. Die Heizleitungen sind alte Stahlrohrleitungen bzw. Kupferrohrleitungen. Die Elektroinstallation verfügt über eine normale Grundausstattung, im KG z.T. alte Installation. Wasseranschluss ist in allen Etagen außer im DG vorhanden. Die Sanitärräume verfügen über Dusche, Waschbecken, WC-Becken, Urinalrinne, in mittlerer Ausstattung und Qualität.

Das Gebäude verfügt über Einbruchmeldeanlage und Rauchabzugsanlage (RWA-Anlage). Eine zweiseitige Rampe befindet sich am westseitigen Verandaanbau.

Das Gebäude ist in seiner Grundrissgestaltung auf die bisherige Nutzung als Übernachtungsgebäude mit Speiseräumen, Küche und Sanitärbereich zugeschnitten.

Das Gebäude wurde in normaler Bauweise mit den seinerzeit zur Verfügung stehenden Baumaterialien errichtet; nachträglich wurden der ostseitige Anbau (Sanitärbereich) errichtet und Modernisierungen durchgeführt z.B. 1997-1999 Sanierung Sanitäranlagen, Ölheizkessel/Öltanks eingebaut, Innenausbau Küche, teilweise Innentüren, Elektroanlage, 1998/2000 Kunststofffenster, 2013 Dachdeckung, Dachrinnen.

Ein Energieausweis wurde beauftragt, liegt aber noch nicht vor. Das Gebäude entspricht hinsichtlich der Wärmedämmeigenschaften überwiegend nicht dem heutigen Stand der Bautechnik bzw. den aktuellen bauordnungsrechtlichen Anforderungen (GEG 2020). Insbesondere im Bereich der Außenwände, der Kellerdecke bzw. des EG-Fußbodens und der Dachdecke/Dachschräge ist nur eine unzureichende Wärmedämmqualität vorhanden.

Es bestehen Bauschäden/Baumängel an Fassade: Gefache partiell schadhaft, Fachwerkhölzer teilweise morsch, Risse im Mauerwerk und z.T. offene Fugen,
Ebenasbestverkleidungen z.T. schadhaft, Sockel/Verandaanbau mit Durchfeuchtungen und Putzabplatzungen, derzeit keine funktionstüchtige Trinkwasserversorgung, im Kellerbereich Wände mit erheblichen Feuchte-/Putzschäden, Fußböden schadhaft, Elektro z.T. alte Aufputzinstallation, EG Fußbodenfliesen im Treppenraum und Küche z.T. defekt, Unterdecken im Sanitärbereich partiell schadhaft, im Speiseraum ist eine Fensterverglasung gerissen, im OG Wände mit Rissbildung, Fußbodenfliesen im Sanitärraum defekt, Sanitärobjekte schadhaft, im DG Fußboden mit Höhenversätzen, z.T. geringe Türdurchgangshöhen, Geschoßtreppen z.T. steil und Stufen mit Neigung, teilweise nutzungsbedingte Verschleißerscheinungen.

Gemäß dem vorliegenden Brandschutzkonzept sind erhebliche brandschutztechnische Ertüchtigungsmaßnahmen erforderlich, wie z.B. Rückbau der bestehenden Fluchttreppe und Neubau einer Fluchttreppe als 2. Rettungsweg, Ertüchtigung von Wänden und Decken lt. Brandschutzanforderungen (F 90 bzw. F 30), Türerneuerungen lt. Brandschutzanforderungen. Darüber hinaus sind Bodenbelags- und Malerarbeiten sowie Ertüchtigung der Elektro-/ Heizungsinstallation erforderlich.

 

Ökohaus
Das Ökohaus wurde als freistehendes, nicht unterkellertes, eingeschossiges Gebäude mit steilem, ausgebautem Satteldach, ca. 1993 in Blockholzbauweise (norwegischer Ständerbauweise) auf Streifenfundamenten und Bodenplatte aus Beton mit Holzbalkendecke, mit Büro- und Verwaltungsräumen errichtet und ist leerstehend. Es besitzt ein Sparrendach aus Holzsparren, ausgeführt als steiles Gründach mit Wärmedämmung. Die Fassade besitzt eine Holzverkleidung, an den Innenwandflächen der Büroräume sind Gk-Platten und Tapete/Anstrich, die Küchenzeile hat einen Fliesenspiegel, Sanitärräume haben im Sockelbereich Fliesen.

Die Deckenflächen der Büroräume EG und Sanitärräume haben Plattenverkleidungen, die Büroräume im DG Holzverkleidung, der Technikraum Holzplatten. Die Fußböden verfügen überwiegend über Holzdielen, die Sanitärräume über Fußbodenfliesen.

Das Gebäude besitzt Holzfenster mit Isolierverglasung und im DG 1 Dachflächenfenster. Am Eingang befindet sich eine massive Holztür mit Isolierverglasung. Innen sind Naturholztüren, der Besprechungsraum EG hat eine Holzfalttür.

Eine Holzwangentreppe aus Holztrittstufen, viertelgewendelt mit seitlichem Holzgeländer führt ins DG.

Ein Anschluss an die Zentralheizung des Haupthauses ist vorhanden; Plattenheizkörper wurden verwendet.

Die Elektroinstallation ist in mittlerer Ausstattung. Bei der Sanitärinstallation ist ein Wasseranschluss mit Abfluss vorhanden, mittlere Ausstattung und Qualität an Dusche, Waschbecken, WC-Becken und Urinalen.

Das Gebäude wurde 1993 in zeitgemäßer Bauweise als Blockholzhaus - ursprünglich als Ferienhaus für Kinder - errichtet und ca. 2015 für Verwaltungszwecke umgenutzt. Es befindet sich in einem überwiegend baujahrsgemäßen, normal erhaltenen Bauzustand; teilweise sind Schäden/Verschleißerscheinungen vorhanden: z. B. Gründach einschließlich Bitumenbahnen und Holzverkleidungen ist teilweise schadhaft, Außenseiten der Fenster/Türen sind verwittert, Fußbodenfliesen in der Männertoilette sind lose, Wandfliesen in den Toiletten gerissen, Deckenverkleidung in einem Büroraum weist schadhaft Stellen auf, Stufen der Geschoßtreppe weisen Abnutzungserscheinungen auf ebenso die Bodenbeläge und Wände.

 

Recyclinghaus
Beim Recyclinghaus handelt es sich um ein freistehendes, nicht unterkellertes, zweigeschossiges Gebäude mit steilem, nicht ausgebautem Satteldach, welches Unterrichts-/Werkräume, Büro, Heizraum und ein Lager beinhaltet. Es wurde ca. 1900 als Scheune/Stall errichtet und ca. 1992 zum Recyclinghaus (Anwendungsmöglichkeiten von erneuerbaren Energien) umgebaut.

Das Gebäude ist in Mauerwerks-/Holzfachwerkbauweise errichtet und auf Streifenfundamenten aus Natursteinmauerwerk/Beton gegründet; es verfügt über Außen- und Innenwände aus massivem Mauerwerk bzw. Holzfachwerk mit Mz-Ausfachung und einer massive Decke (Stahlträger/gewölbte Kappen, Holzbalkendecken). Es wurde sich für ein Sparrendach aus Holzsparren entschieden, als steiles Satteldach mit alter Tonziegeldeckung und vorgehängten Dachrinnen errichtet.

Die Fassade ist ohne Putz, feldweise ist ausgemauertes Fachwerk vorhanden. An den Innenwandflächen im Treppenraum sind Gk-Platten und Tapete/Anstrich. Die Werk-/ Büroräume verfügen über Putz/Gk-Platten und Tapete/Anstrich. Die Küche hat teilweise Putz/Gk-Platten und Tapete/Anstrich sowie Fliesenspiegel. Sanitärräume sind ca. 1,80 m hoch mit Fliesen versehen. Heizraum und Öllager haben Putz und Anstrich.

Deckenflächen im Treppenraum sind mit Putz/Gk-Platten und Tapete/Anstrich versehen, ansonsten Putz/Gk-Platten und Tapete/Anstrich. Der Heizraum hat Putz und Anstrich; Öllager/Nebenraum weist nur eine einfache Verbretterung auf.

Die Fußböden im Treppenraum verfügen über Fußbodenfliesen, OG Holzfußboden und PVC-Belag, Werk-/ Büroräume im EG - Fußbodenfliesen, im OG Estrich bzw. Holzfußboden und PVC-Belag, Küche und Sanitärräume Fußbodenfliesen, Heizraum Fußbodenfliesen und Öllager/Nebenraum einfacher Beton.

Es wurden überwiegend einfache verglaste Holzfenster, teilweise Kunststofffenster mit Isolierverglasung verbaut. Am Eingang ist eine Holztür mit Isolierverglasung. Innen sind einfache glatte Holztüren vorhanden, im Heizraum eine Brandschutztür.

Die Treppen haben eine Stahlunterkonstruktion mit aufgelegten Holztrittstufen, halbgewendelt mit seitlichem Stahlgeländer; der Zugang zum Dachboden ist nur über Luke und Leiter im Freien möglich.

Beheizt wird es mit einem Blockheizkraftwerk kombiniert mit einem Holzvergaserkessel, separaten Warmwasserspeicher und Plattenheizkörpern. Ein Kunststofftank steht in gemauerter Wanne. Die Elektroinstallation ist in mittlere Ausstattung.

Ein Wasseranschluss mit Abfluss ist vorhanden, mittlere Ausstattung und Qualität, Waschbecken, WC-Becken. Eine Solaranlage für Warmwasser ist ebenfalls vorhanden.

Das Gebäude befindet sich insgesamt in einem überwiegend baujahrsgemäßen Bauzustand; teilweise sind Schäden/Verschleißerscheinungen vorhanden, wie z. B. Fachwerkhölzer und Mz-Ausfachungen partiell schadhaft, Fassade generell ohne Putz /Verkleidung, Dacheindeckung alt und verwittert, Fenster/Türen überwiegend veraltet und schadhaft, Fußbodenfliesen teilweise lose und gerissen, Gk-Platten mit Rissbildung,      nutzungsbedingte Verschleißerscheinungen (Bodenbeläge).

 

Bungalows
Die Bungalows sind vier freistehende baugleiche Holzfertigteilgebäude aus DDR-Zeiten mit flachen Satteldächern aus Holzsparren und Wellblech-bzw. Trapezblechdeckung. Die Wände wurden in einer Holzrahmen-Bauweise mit Ausfachung errichtet, außen vollflächiger Putz mit Anstrich, innen Plattenverkleidung, dazwischen Wärmedämmung, alte Holzthermofenster (DDR-Stand), einfache Holztür, Betonfußboden und PVC-Belag. Elektroanschluss ist vorhanden. Heizung und sanitären Einrichtungen fehlen. Die Bungalows befinden sich in verschlissenen und teilweise schadhaften Bauzustand.

Ein freistehender massiver Bungalow (Hainichbaude) mit Satteldach und Tonziegeldeckung, nach 1990 errichtet, hat eine Bodenplatte aus Beton, Wände aus Mauerwerk, außen Strukturputz mit Anstrich, innen Putz, Tapete und Anstrich, Holzbalkendecke, unterseitig Gk-Platten und Anstrich, Betonfußboden und PVC-Belag, Holzfenster mit Isolierverglasung und Holztüren. Ein Anschluss an die Zentralheizung des Recyclinghauses (Plattenheizkörper) sowie Elektroanschluss ist vorhanden, allerdings sanitären Einrichtungen. Das Gebäude ist überwiegend in altersgemäßen Bauzustand, teilweise nutzungsbedingte Verschleißerscheinungen vorhanden.

 

Sonstige Gebäude / bauliche Außenanlagen
Der „Streichelzoo“ verfügt über ein Stallgebäude in einfacher Holzbauweise, Wände mit Bretterverkleidung, flaches Satteldach mit Vollschalung, Abdichtung und Dachbegrünung, einfache Holztüren, einfache Holzfenster, mit waagerechten Holzbrettern eingegrenzter Frei-/Auslaufbereich.

Ein weiteres eingeschossiges Gebäude mit flachem Pultdach und Schweißbahnabdichtung, drei massiven Wänden aus Mauerwerk, Westseite als offene Vergitterung, diente als Schuppen.

Der Carport ist ein eingeschossiges Gebäude errichtet und weist nur Holzstützen auf, ansonsten offen mit flachem Pultdach und Trapezblechdeckung,

Weiterhin gibt es eine Kochfeuerstätte, ausgeführt als eingeschossiges teilweises Holzfachwerkgebäude mit flachem Satteldach, Pappabdichtung/Gründach und gemauertem Grillofen.

Im Außenbereich sind Freiflächen/Freigelände, Spielwiesen, Fußballplatz, Volleyball, Basketball/Streetball, Minigolf, Kegelbahn, Grillstation, Lagerfeuerstätten, überdachte Sitzraufen, Lernstationen, Tischtennis, Spielgeräte.

 

Hinweis:
Teilflächen sind mit Pachtvertrag vom 01.10.2022 verpachtet, jedoch mit einer Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Ende eines jeden Monats kündbar.

 

5.  Angebotspreis/ Mindestgebot
Das Mindestgebot für den Kaufpreis beträgt 96.000,00 EUR und entspricht der Höhe nach dem ermittelten Verkehrswert gemäß aktuellem Verkehrswertgutachten. Bewerber, die einen Kaufpreis unterhalb dieses Preises abgeben, werden zu Beginn des Vergabeprozesses vom Verfahren ausgeschlossen.

Es wird vorsorglich darauf hingewiesen, dass die Veräußerung der Liegenschaft direkt durch den Landkreis ohne Einschaltung eines Maklers erfolgt und insbesondere die Zurverfügungstellung des Exposés keinen Maklerauftrag darstellt. Sollte der Verkauf aufgrund der Eigeninitiative eines Maklers erfolgen, ist seitens des Kreises keine Maklerprovision zu entrichten.

Mit dem Angebot ist ein Nachweis verfügbaren Eigenkapitals und/ oder eine Finanzierungszusage Dritter vorzulegen.

Der Unstrut-Hainich-Kreis behält sich vor, Nachweise und Unterlagen zur Prüfung der Verfügbarkeit des Eigenkapitals und der Finanzierungszusage Dritter nachzufordern.

 

II. Betriebskonzept

Die Liegenschaft ist in ihrer Nutzung als „Schullandheim“ zu erhalten. Ferner sind die Vorstellungen des Landkreises für eine zukünftige Nutzung (-serweiterung) innerhalb des vorgegebenen und zulässigen Rahmens sicherzustellen.

Die Liegenschaft Schullandheim „Waldschlösschen“ wurde 2019 geschlossen. Das Schullandheim hat jedoch ein Alleinstellungsmerkmal in der Stadt und Region und ist über die Jahre zu einer bekannten Institution geworden. Es soll daher in seiner Nutzungsmöglichkeit bewahrt werden mit dem Ziel der Förderung und des Ausbaus der Schul- und Jugendarbeit in den Bereichen Sport, Kultur und Bildung unter ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten und der Schaffung von Attraktivität für die außerschulische Nutzung zur sozialen Integration und Inklusion.

Das Schullandheim und die Größe des Areals ermöglichen eine großzügige Nutzung der Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten für geplante Aktivitäten. Auch für größere Gruppen soll das Schullandheim nutzbar gemacht werden, damit Kinder und Jugendliche, aber auch andere Nutzergruppen von der Möglichkeit körperlicher Bewegung profitieren und das Bewusstsein für Natur und Umwelt gestärkt wird. Insofern ist auch eine außerschulische Gruppennutzung, zum Beispiel für Selbsthilfegruppen und Vereine wünschenswert.

Gleichzeitig sollen städtebauliche, nachhaltig soziale, ökologische und ökonomische Standards umgesetzt werden.

Für die Planung, Sanierung, Finanzierung und Bewirtschaftung der Grundstücke des ehemaligen Schullandheims wird ein Käufer gesucht, der die Grundstücke in der Gesamtheit erwirbt und das Objekt für mindestens 10 Jahre betreiben soll.

Vor diesem Hintergrund ist ein aussagefähiges Betriebskonzept vorzulegen, das folgende Gesichtspunkte beinhaltet:

1. nachhaltige, langfristige und vielfältige Nutzbarkeit

   a)  jährliche Betriebszeit
   b)  Einbezug regionaler Anbieter
   c)  Einbezug der regionalen Umgebung

 

2.  Förderung der sozialen Integration unter dem Gesichtspunkt vielfältiger, attraktiver Angebote unter Berücksichtigung verschiedener Zielgruppen

   a)  Anzahl der Nutzergruppen
   b)  Nutzergruppenspezifische Einrichtungen in der Liegenschaft
   c)  Flexibilität der Nutzungseinheiten
   d)  Soziale Integration/ Vielfältigkeit/ Zielgruppen
   e)  Nutzungsgruppenspezifische Angebote im Betrieb (Art/ Umfang)

 

3.  Erweiterung der Nutzungsgruppen durch Schaffung der Barrierefreiheit

   a)  Anteil der barrierefrei erreichbaren Flächen (§ 50 und 87a ThürBO, DIN 18040-1, § 5 und 10 ThürGIG)
   b)  barrierefreie Angebote und Projekte
   c)  Integration des Diversitätsgedankens
   d)  Barrierefreie Einrichtungen (z.B. Schaukel)

 

4.  Unterstützung der Klimaschutzziele, z.B. Umstellung auf erneuerbare Energien etc.

   a)  Nachweis ökologischer Baustoffe
   b)  Energiebedarf nach Sanierung/ kwh/m2
   c)  Autarkiegrad der erneuerbaren Energieversorgung (in %)
   d)  Neuversiegelungsgrad
   e)  Optimierung des Wassermanagements

 

Die einzelnen Punkte des Konzeptes sind unter Beachtung der vorgenannten Gliederung zu erläutern und gegebenenfalls mit Skizzen/ Grafiken o.ä. zu unterlegen.

Ferner ist ein Zeitenplan für die Umsetzung der einzelnen baulichen und organisatorischen Maßnahmen zu erstellen und vorzulegen. Es soll ersichtlich sein, wann eine Inbetriebnahme des Schullandheimes, gerechnet ab dem Zeitpunkt der Eigentumsumschreibung, voraussichtlich erfolgt.

Der Zeitenplan hat keine Auswirkung auf die Bewertung des Konzeptes!

Bei der Umsetzung der Vorgaben sind alle einschlägigen Normen und Richtlinien, unter anderem die nachfolgend aufgeführten, in der jeweils geltenden Fassung zu beachten:

  • Baugesetzbuch (BauGB)
  • Baunutzungsverordnung (BauNVO)
  • Thüringer Bauordnung (ThürBauO)
  • Vorgaben für Barrierefreies Bauen wie DIN 18040-1 und Thüringer Gesetz zur Inklusion und Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (ThürGIG)
  • Brandschutzverordnung
  • Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG)

Die Zulässigkeit der Konzeptumsetzung insbesondere hinsichtlich bauordnungsrechtlicher Vorschriften ist durch eine Bescheinigung über die Genehmigungsfähigkeit durch die Bauaufsichtsbehörde der Stadt Mühlhausen (Bauvoranfrage/ Bauvorbescheid) nachzuweisen.

 

III.

1. Angebotsunterlagen

Die Angebote sind beim

Landratsamt des Unstrut-Hainich-Kreises, Fachdienst Beschaffung, Lindenhof 1, 99974 Mühlhausen/Thüringen

bis zum Ablauf der Angebotsabgabefrist 31.01.2023

mit folgenden Unterlagen in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Nicht öffnen, Angebot Schullandheim” einzureichen:

  • Kaufpreisangebot einschließlich Eigenkapital -/ Finanzierungsnachweis
  • Konzept mit Erläuterungen und ggf. Skizzen – in Papierformat (1fach)
  • Bauvorbescheid
  • Zeitenplan

 

Alle Unterlagen sind ebenfalls in digitaler Form, gespeichert auf einem USB-Speicherstick gemeinsam mit den vorgenannten Schriftstücken innerhalb der Angebotsabgabefrist einzureichen.

Das Angebot ist

  • vollständig, einschließlich aller Nachweise, Unterschriften und/ oder Erklärungen,
  • bedingungs- und vorbehaltsfrei,
  • in deutscher Sprache

einzureichen.

 

Nicht rechtzeitig abgegebene Angebote sind auszuschließen, es sei denn, die Verspätung ist vom Bieter nicht zu vertreten.

Hinweis: Nach Ablauf der Angebotsfrist sind Änderungen an den Angeboten unzulässig.

 

2. Verfahrensablauf/ Beurteilung

Das Grundstück, bestehend aus mehreren Flurstücken, wird im Rahmen eines Konzeptverfahrens angeboten. Zielsetzung ist der Verkauf der Liegenschaft an den Bieter, der das jeweils beste und ökonomisch wie ökologisch nachhaltigste Betriebskonzept für den Unstrut-Hainich-Kreis unter Beachtung der Gewichtungsvorgaben vorlegt.

Das Konzeptverfahren sieht im vorliegenden Falle eine Ausschreibung und Vergabe des zu veräußernden Grundstückes mit einer gleichen Gewichtung von Kaufpreisangebot (50%) und der Konzeptqualität (50%) vor.

Die eingereichten Konzepte werden anhand einer Bewertungsmatrix durch den Kreisausschuss des Unstrut-Hainich-Kreises (Auswahlgremium) bewertet und dem Kreistag des Unstrut-Hainich-Kreises zur finalen Entscheidung vorgelegt.

Nach Eingang der Kaufpreisangebote und Betriebskonzepte erfolgt in einem 1. Schritt die formelle Prüfung durch das Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis - Fachdienst Beschaffung/ Vergabestelle. Formelle Fehler wie z.B. verspätete oder unvollständige Einreichung der Unterlagen sowie eine Unterschreitung des Verkehrswertes bei der Angebotspreisabgabe führen zum Ausschluss.

Betriebskonzepte, die nach der formellen Prüfung in der Auswahl sind, werden in einem 2. Schritt dem Auswahlgremium zur Bewertung der Konzeptqualität der Angebote anhand der Bewertungsmatrix (siehe Anlage „Bewertungsmatrix“) vorgelegt. Das Auswahlgremium behält sich vor, bei Rückfragen zum Betriebskonzept einen Termin mit dem Bewerber zu vereinbaren, im Rahmen dessen der Bewerber die Gelegenheit erhält, auf Fragen des Auswahlgremiums zu den Konzeptinhalten zu antworten. Ein solcher Termin dient ausschließlich der Aufklärung wertungsrelevanter Inhalte der eingereichten Angebote. Eine Verhandlung von Angebotsinhalten oder Nachbesserung bzw. Änderung von Inhalten des eingereichten Angebotes ist nicht zulässig.

Der Bestbieter des Auswahlverfahrens wird dem Kreistag des Unstrut-Hainich-Kreises als Käufer für die Liegenschaft zur Beschlussfassung vorgeschlagen.

 

Bewertungskriterien
Das Kriterium „Nachhaltige, langfristige und vielfältige Nutzbarkeit“ trägt dazu bei, einen Betrieb der Liegenschaft mit möglichst vielen Öffnungstagen pro Jahr unter Einbindung regional ansässiger Dienstleister und Erzeuger (z.B. Facility Management, Reinigung, Catering/ Kantine etc.) sowie der regionalen Umgebung (Museen, Wälder, Freizeiteinrichtungen und -parks etc.) zu ermöglichen. Diesem Kriterium werden 100 Punkte (10%) beigemessen.

Zur Einbeziehung möglichst adäquater, abwechslungsreicher und zahlreicher nutzergruppenspezifischer Angebote wird das Kriterium „Förderung der sozialen Integration unter dem Gesichtspunkt vielfältiger, attraktiver Angebote unter Berücksichtigung verschiedener Zielgruppen“ mit max. 200 Punkten (20 %) gewichtet. Bewertet werden neben der Anzahl der Nutzergruppen, welche durch das Betriebskonzept explizit angesprochen werden, auch die Anzahl der baulichen Einrichtungen zu Freizeit- und Bildungszwecken, die jeweils für eine spezifische Nutzergruppe eingerichtet und vorgehalten werden. Bewertet wird ebenfalls die Flexibilität der Nutzungseinheiten, d.h. die Anzahl der Nutzbarkeit. Die soziale Integration der verschiedenen Zielgruppen wird ebenso betrachtet, wie die Schaffung von nutzergruppenspezifischen Angeboten, die nach Art und Umfang bemessen werden.

Mit 100 Punkten (10 %) soll das Kriterium „Erweiterung der Nutzergruppen durch Schaffung der Barrierefreiheit“ zur stärkeren Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen beitragen. Bewertet werden der Anteil der barrierefrei erreichbaren Flächen in einem über das Gesetz hinausgehenden Umfang, der Umfang an regelmäßigen barrierefreien Angeboten und Projekten sowie der Umfang an barrierefreien Freizeiteinrichtungen und -geräten (z.B. Schaukeln etc.). Wünschenswert und positiv für die Bewertung ist eine Integration des Diversitätsgedanken in das Betriebskonzept.

Das Kriterium „Unterstützung der Klimaschutzziele, z.B. Umstellung auf erneuerbare Energien etc.“ fließt mit max. 100 Punkten (10 %) in die Bewertung der Konzeptqualität ein und würdigt insbesondere Bewerber, die sich nicht nur um den Einsatz von ökologisch nachhaltigen Baustoffen und Materialien und Einsparung von Energie bemühen, sondern auch die Nutzung erneuerbaren Energien für Strom und Wasser, eine Entsiegelung von Flächen sowie ein optimiertes Wassermanagement durch Nutzung von Regenwasser bieten.

Der nachstehende Katalog gibt noch einmal die Gewichtung der zu bewertenden Kriterien und jeweils exemplarisch (nicht abschließend) die Wertungsaspekte an, die bei der Bewertung der einzelnen Kriterien im Fokus stehen erden.

 

Kriterienkatalog Konzeptverfahren
Schullandheim „Waldschlösschen“

Konzeptqualität des Betriebskonzeptes

 

Nachhaltige, langfristige und vielfältige Nutzbarkeit

Maximale Punkte

jährliche Betriebszeit

Dauer der jährlichen Betriebszeit

33,34

Einbezug regionaler Anbieter

Anzahl der Einbindung regional ansässiger Dienstleister und Erzeuger (Facility Management, Reinigung, Catering/Kantine etc.) aus dem nahen Umfeld des Schullandheimstandortes (Geschäftssitz = max. 50 km Umfeld) – Nachweis erforderlich

33,33

Einbezug der regionalen Umgebung aktive Einbindung der regionalen Umgebung (Museen, Wälder, Freizeiteinrichtungen und -parks, Seen etc.) in das Betriebskonzept und das Angebotsportfolio 33,33
    100

 

Förderung der sozialen Integration unter dem Gesichtspunkt vielfältiger, attraktiver Angebote unter Berücksichtigung verschiedener Zielgruppen

 

Maximale Punkte

Anzahl der Nutzergruppen

Anzahl der Nutzergruppen, welche durch das Betriebskonzept explizit angesprochen werden. (Bsp: Schülergruppen, Familien, Wanderer, Radfahrer usw.)

40

Nutzergruppenspezifische Einrichtungen in der Liegenschaft

Anzahl der baulichen Einrichtungen zu Freizeit- oder Bildungszwecken, die jeweils für eine spezifische Nutzergruppe (z.B. Menschen mit Beeinträchtigung) errichtet und vorgehalten werden

40

Flexibilität der Nutzungseinheiten

Anzahl der Nutzbarkeit verschiedener Einheiten (zeitgleich nutzbar)

40

Soziale Integration/Vielfältigkeit/ Zielgruppen

soziale Integration verschiedener Zielgruppen

40

Nutzergruppenspezifische Angebote im Betrieb

Schaffung von nutzergruppenspezifischen Angeboten (Art/Umfang)

40

200

 

Erweiterung der Nutzungsgruppen durch Schaffung der Barrierefreiheit

 

Maximale Punkte

Anteil der barrierefrei erreichbaren Flächen (§ 50 und 87 a ThürBO, DIN 18040-1; § 5 und 10 ThürGIG))

Anteil der barrierefrei erreichbaren Flächen in einem über das gesetzliche Maß hinausgehendem Umfang. Gewertet wird der barrierefrei zugängliche NF-Flächenanteil im Verhältnis zur Gesamt-Nutzfläche

25

barrierefreie Angebote und Projekte

Umfang an regelmäßigen barrierefreien Angeboten und Projekten im Betriebskonzept

25

Integration des Diversitätsgedankens

Konformität der Einrichtung mit dem Diversitätsgedanken (hinsichtlich möglicher Nutzung der Einrichtung sowie Angebote)

25

barrierefreie Einrichtungen (z.B. Schaukel)

Umfang an Freizeiteinrichtungen und Geräten, die von Menschen mit Beeinträchtigung genutzt werden können

25

100

 

Unterstützung der Klimaschutzziele, z.B. Umstellung auf erneuerbare Energien

 

Maximale Punkte

Nachweis ökologischer Baustoffe

überwiegender Einsatz von ökologischen und nachhaltigen Baustoffen und Materialien (Darstellung anhand eines Konzeptes)

20

Energiebedarf nach der Sanierung / kwh/m²

Einsparung an Energie nach der Sanierung (der jetzige Energiebedarf wird anhand von Kennzahlen nachgewiesen). Der Energiebedarf ist in der Phase des Angebots abzuschätzen und entsprechend nachzuweisen.

20

Autarkiegrad der erneuerbaren Energieversorgung (in %)

Bewertet wird der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energiebereitstellung am Standort, der rechnerisch nachzuweisen ist (für Strom und Wärme)

20

Neuversiegelungsgrad

Anteil an der Gesamtgrundstücksfläche, die im Zuge der Wiederinbetriebnahme/Baumaßnahme zusätzlich ver- bzw. entsiegelt wird. Eine versiegelte Fläche gem. Definition nach DIN 18040-1

20

Optimierung des Wassermanagements

geplanter Anteil [in %] der Nutzung von Regenwasser am Gesamtwasserbedarf der Liegenschaft

20

100

 

Angebotspreis/ Kaufpreis

Kaufpreis
50%

Das höchste Kaufangebot (Bestpreis) erhält 500 Punkte; ein Angebot, welches den Bestpreis um 20,0% oder mehr unterschreitet, erhält 0 Punkte.

Angebote, die innerhalb der vorgenannten Spanne von 20,0% liegen, werden gemäß folgender Formel mit Punkten (kaufmännisch auf die 2. Nachkommastelle gerundet) bewertet:
Punktzahl = 5 - (1,2*Bestpreis - angebotener Preis) / (0,2*Bestpreis)
Die so errechnete Punktzahl wird mit dem Faktor 100 multipliziert.

500

 

Zusammenfassung

Konzeptqualität 50 %

500

Kaufpreis 50 %

500

 

1.000

Bei der Berechnung der Punkte wird kaufmännisch auf 2-Nachkomma-Stellen gerundet.

Sollte ein Bieter mehrere Betriebskonzepte einreichen, wird jedes Betriebskonzept einzeln bewertet.

Darüber hinaus müssen je Betriebskonzept hinsichtlich der Konzeptqualität mindestens 50 % der erreichbaren Punkte, d.h. 250 Punkte erreicht werden.

 

Bewertungsmethode
Insgesamt werden maximal 1.000 Punkte vergeben – 500 Punkte Konzeptqualität und 500 Punkte Angebotspreis.

Im Rahmen der Bewertung der Konzeptqualität des Betriebskonzeptes erfolgt eine Unterteilung der Wertungskriterien in verschiedene Wertungsaspekte. Diese werden in 6 Stufen abgestuft. Dabei erhält die Wertungsstufe 5 die maximale für diesen Wertungsaspekt erreichbare Punktzahl. In der Wertungsstufe 0 werden 0 Punkte vergeben (Siehe „Bewertungsmatrix).

Bei der Bewertung des Kaufpreisangebotes erhält das höchste Kaufangebot (Bestpreis) 500 Punkte. Ein Angebot, welches den Bestpreis um 20,0% oder mehr unterschreitet, erhält 0 Punkte.

Angebote, die innerhalb der vorgenannten Spanne von 20,0% liegen, werden gemäß folgender Formel mit Punkten (kaufmännisch auf die 2. Nachkommastelle gerundet) bewertet:

Punktzahl = 5 - (1,2*Bestpreis - angebotener Preis) / (0,2*Bestpreis)

Die so errechnete Punktzahl für das Kaufpreisangebot wird mit dem Faktor 100 multipliziert.

Die erzielten Punkte werden addiert. Der Bieter mit der höchsten Punktzahl erhält den Zuschlag.

Wird für zwei oder mehrere Angebote nach Rundung (kaufmännische Rundung, 2-Nachkomme-Stellen) die gleiche Gesamtpunktzahl ermittelt, erhält das Angebot mit der höheren Punktzahl für das Kriterium „Angebotspreis“ den Zuschlag. Sollten danach weiterhin für zwei oder mehrere Angebote nach Rundung (kaufmännische Rundung, 2-Nachkomma-Stellen) die gleiche Gesamtpunktzahl ermittelt werden, findet das Losverfahren durch das Auswahlgremium (Kreisausschuss) statt.

 

IV. Kaufvertrag

Vorbehaltlich der Zustimmung (Beschlussfassung) des Kreistages des Unstrut-Hainich-Kreises soll mit dem Bestbieter des Auswahlverfahrens ein Kaufvertrag mit zugehöriger Verpflichtung zur Umsetzung des vorgelegten Betriebskonzeptes abgeschlossen werden.

Der Unstrut-Hainich-Kreis hat das Recht, mit den weiteren zwei Platzierten (nach einander je Platzierung) in Verhandlungen zu treten, wenn mit dem Bestbieter des Verfahrens im Rahmen der Kaufvertragsverhandlungen aus Sicht des Unstrut-Hainich-Kreises keine Einigung erkennbar wird oder der Bestbieter zurücktritt.

Die Verhandlungen sollen nach Abschluss des Auswahlverfahrens beginnen. Die jeweiligen Parteien können keinen allgemeinen Rechtsanspruch auf den Abschluss eines Kaufvertrages ableiten.

Der Bewerber erklärt sich mit Abgabe des Angebotes dazu bereit, folgende grundlegende Vereinbarungen im abzuschließenden Kaufvertrag zu akzeptieren:

Alle mit der Vorbereitung, dem Abschluss und der Durchführung des Vertrages sowie möglicher Rückabwicklung zusammenhängenden Kosten und Steuern, insbesondere die anfallende Grunderwerbssteuer, trägt der Käufer.

Alle für die Bebauung, Sanierung und Nutzung möglicherweise erforderlichen privat- und öffentlich-rechtlichen Genehmigungen sind vom Käufer auf eigene Kosten einzuholen. Zudem sind sämtliche Kosten von Untersuchungen und Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Konzeptumsetzung durch öffentlich-rechtliche Vorschriften erforderlich sind, vom Käufer zu tragen.

Erforderliche Kosten für die Erschließung, insbesondere Trinkwasserversorgung sind durch den Käufer zu tragen. Gleiches gilt für die Beseitigung und Entsorgung von belasteten Materialien.

In dem abzuschließenden Vertrag wird neben der inhaltlichen Absicherung der Umsetzung des eingereichten Betriebskonzeptes in den dargestellten Qualitäten insbesondere auch der zeitliche Ablauf der Umsetzung geregelt.

Sanktionierungen bei Nichteinhaltung vertraglicher Verpflichtungen (z.B. bei Nichteinhaltung der Konzeptumsetzungsverpflichtung; Wiederkaufsrecht bei fehlender Vertragserfüllung u.a.) werden im Kaufvertrag entsprechend festgehalten.

 

Vertraulichkeit
Alle Unterlagen und Information des Unstrut-Hainich-Kreises sind vertraulich zu behandeln; eine Weitergabe an Dritte ist nicht zulässig. Verlautbarungen jeder Art über den Inhalt und Ablauf vor oder während des Verfahrens – einschließlich der Erstveröffentlichung der Beiträge und Ergebnisse - dürfen nur vom Unstrut-Hainich-Kreis abgegeben werden.

Die vom Unstrut-Hainich-Kreis zur Verfügung gestellten Unterlagen dürfen nur im Zusammenhang mit der Bearbeitung der Angebote verwendet werden. Eine weitere Verwendung - ganz oder teilweise - bedarf der schriftlichen Zustimmung des Unstrut-Hainich-Kreises.

 

Datenschutz
Jeder Teilnehmer am Auswahlverfahren willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit dem oben genannten Verfahren geführt werden.

Diese Einwilligung der Betroffenen ist gemäß Artikel 6 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) notwendig.

 

Weitere Hinweise
Sämtliche mit der Erstellung des Nutzungskonzeptes, Angebotserstellung sowie der Vertragsbeurkundung verbundenen Kosten trägt der Käufer.

Der Unstrut-Hainich-Kreis ist nicht verpflichtet, dem höchsten oder irgendeinem Angebot eine Zusage zu erteilen. Über den Verkauf des Grundstückes entscheidet der Kreistag des Unstrut-Hainich-Kreises. Rechtsansprüche aus dieser Ausschreibung und der Vergabeentscheidung können nicht hergeleitet werden. Der Unstrut-Hainich-Kreis ist in seiner Entscheidung über die Erteilung eines Zuschlages frei. Ferner behält sich der Kreis vor, die Ausschreibung zurückzunehmen. Eine erneute Ausschreibung bleibt vorbehalten.

Die Einsichtnahme in das Verkehrswertgutachten und/oder eine Besichtigung des Objektes kann mit dem Fachdienst Gebäude- und Liegenschaftsmanagement, Frau Schulz (Tel: 03601/802503, Fax: 03601/80132503, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! vereinbart werden.

Alle Angaben in diesem Exposé, insbesondere auch Zahlen und Größenangaben, sind unverbindlich und stellen keine Zusicherung von Eigenschaften des Kaufobjektes dar.

 

Anbieter
Unstrut-Hainich-Kreis
Fachdienst Gebäude- und Liegenschaftsmanagement

Alle Angaben ohne Gewähr.

 

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