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Sozialplanung

Ein Quartier ist nicht nur ein Wohnraum, sondern insbesondere für Kinder und Jugendliche auch ein Lernraum. Schule, Nachbarschaft und Freundeskreis prägen Menschen. Wenn aufgrund von Segregation benachteiligter Haushalte in einem Quartier abweichende Verhaltensmuster präsenter sind und positive Rollenvorbilder im alltäglichen Erfahrungsraum fehlen, also z. B. Kinder und Jugendliche niemanden mehr kennen, der einer regelmäßigen Erwerbsarbeit nachgeht, dann fällt es ihnen schwer, sich Normen wie pünktliches Aufstehen anzueignen.

Dies ist nur ein Beispiel, wie aus einem benachteiligtem ein benachteiligendes Quartier wird bzw. wie ein armes Quartier seine Bewohnerinnen und Bewohner noch ärmer machen kann.
Solche und andere Entwicklungen möglichst frühzeitig zu erkennen und ihre Auswirkungen abzumildern, ist Ziel von Sozialplanung. Sozialplanung zielt auf den Abbau räumlicher und sozialer Ungleichheit. Hierzu beschreibt sie Bedürfnisse und Lebenslagen, entwickelt bzw. begleitet daraus vorausschauend soziale Unterstützungssysteme und prüft deren Wirkungen. Sozialplanung hat dabei eine steuerungsunterstützende Funktion, indem sie Planungsprozesse organisiert und für Mitwirkung und Beteiligung der Betroffenen in politischen und konzeptionellen Entscheidungsprozessen sorgt.

Dabei agiert Sozialplanung nicht als Summe isolierter Einzelprozesse, sondern ist in einem gesamtstrategischen Prozess eingebettet. Dieser beinhaltet neben der eigentlichen Ergreifung von Planungs- und Steuerungsmaßnahmen zur Prävention oder Behebung von Missständen auch ein Sozialraummonitoring, also einen ständigen und kleinräumigen Beobachtungsprozess, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und ggf. gegenzusteuern zu können sowie eine Sozialberichtserstattung als Grundlage, damit Entscheidungen und Diskussionen datenbasiert geführt werden können.